Trauer um Kurt Jonuschies

 

Kurt Jonuschies

06.07.1951 in Krumbach – 25.05.2026 in Berlin

 

 

 

Wir sind traurig über den Tod unseres ehemaligen Kollegen Kurt Jonuschies. Er verstarb an Pfingst-montag, 25. Mai 2026.

 

Kollege Jonuschies hatte nach dem Besuch der Höheren Handelsschule einen Industriekaufmanns-lehre absolviert. Danach arbeitete er fünf Jahre in seinem früheren Lehrbetrieb, bevor er seine haupt-amtliche Gewerkschaftsarbeit 1977 als Dokumentar und Archivassistent im Zentralarchiv der Deutschen Postgewerkschaft in Frankfurt antrat. Später erstellte er für die DPG auch den täglichen Pressespiegel.

 

Seine Zuverlässigkeit, seinen sorgfältigen Umgang mit Dokumenten und seine Liebe zur Arbeit brachte er mit, als es ab 2001 darum ging, in Berlin das ver.di Archiv aufzubauen. Mit ihm zusammen gelang es, das Anfangschaos bei der Zusammenführung der Akten der fünf Gründungsgewerk-schaften zu bewältigen. Im ver.di-Archiv wurde er Ansprechpartner für die vielen Kolleg*innen, die Nachweise brauchten für ihre Gewerkschaftsmitgliedschaft, für ihre Rente oder wenn sie Fragen hatten zu Veröffentlichungen, zu Lebensläufen oder Gewerkschaftsbeschlüssen. Kurt war so eng mit ver.di und seiner Arbeit verbunden, dass er nach seinem Renteneintritt 2009 bis unmittelbar vor seinem Tod ehrenamtlich weiterarbeitete: anfangs dreimal, später zweimal in der Woche kam er, um im Archiv zu helfen. Für die Johannes-Sassenbach-Gesellschaft erledigte er regelmäßig und zuverlässig Botengänge zum Bundesarchiv und zur Stiftung Archiv der Parteien und Massenorganisationen der DDR (SAPMO).

 

Kurt war in vielerlei Hinsicht ein außergewöhnlicher Mensch, zudem stets freundlich, sorgfältig und hilfsbereit. Wir werden ihn sehr vermissen und danken ihm für sein Engagement.

 

 

Blog-Beiträge zur Gewerkschaftsgeschichte

 

In den ersten drei Mai-Wochen 2026 ballten sich die gewerkschaftshistorischen Beiträge im FEShistory-Blog. Beiträge zum 1. Mai, zu 50 Jahren Mitbestimmungsgesetz 1976, zur inter-nationalen Geschichte des Achtstundentages und zu 75 Jahren Montanmitbestimmung er-schienen im Wochentakt im Blog. Ein Blättern im Blog-Archiv lohnt sich: https://www.fes.de/feshistory

 

Veranstaltungshinweis

 

Am 12.06.2026 findet das 22. Kolloquium zur "Geschichte der Arbeitswelten und der Gewerk-schaften" in Bielefeld statt. Die vorgestellten Arbeiten sind:

 

Jan zum Mallen

Gesinderecht, Fremdenrecht und die Kriminalisierung von Vertragsbrüchen in der preußischen Landwirtschaft (1880–1934)

 

Nico Putz

In- und ausländische Studierende an der TH Dresden, 1941-1961

 

Dr. Andreas Fischer

Migrantinnen als Gewerkschaftsaktivistinnen. Geschichte(n), Muster und Einflussfaktoren

 

Anmeldung

Die Teilnahme am Kolloquium ist kostenlos. Um Anmeldung wird bis zum 29.5.2026 gebeten bei:

Alexandra Jaeger ([email protected])

 

Digitalisat des Monats (05/2026)

 

Einige historische Abbildungen, die illustrieren, wie die internationale Arbeiter- und Gewerkschafts-bewegung für den Achtstundentag/ den 1. Mai warb, sind in einer Diashow (im MP4-Format) abspielbar. Der Link lautet: https://shortlink.uk/1oQ4K

 

Zum DGB-Bundeskongress erschien ein Beitrag "Vom Achtstundentag zur 40-Stunden-Woche – eine internationale Geschichte der Arbeitszeit in Bildern" im FEShistory-Blog:

https://www.fes.de/feshistory/achtstundentag

 

Das Archiv der sozialen Demokratie (AdsD) produzierte eine Ausstellung auf Rollups, die sich mit der Geschichte des Achtstundentags befasst. Die Ausstellung kann ausgeliehen werden. Die Kontaktadresse lautet: [email protected]

 

Digitalisat des Monats (04/2026)

 

Verdienterweise hat die "Gedenkstätte Deutscher Widerstand" die für die Geschichte der Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung zentrale Zeitschrift "Internationale wissenschaftliche Korrespondenz zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung" (IWK), die von 1966-2006 erschien,digitalisiert.

Die Startseite findet sich unter dem Link https://www.gdw-berlin.de/angebote/publikationen/iwk

 

Social Media - Gewerkschaften

 

Zum "Internationalen Frauentag 2026"  erschien ein neuer Podcast der HBS.

 

In Podcasts bietet die Hans-Böckler-Stiftung regelmäßig Einblicke in gewerkschaftsgeschichtliche Themen. Die Startseite findet sich unter folgender Web-Adresse:

https://geschichtewirdgemacht.podigee.io/

Es ist möglich die Podcasts zu abonnieren und so keine neue Folge zu verpassen.

 

Digitalisat des Monats (03/2026)

 

Zum Internationalen Frauentag 2026!

 

Zum Internationalen Frauentag 2026 präsentiert die Johannes-Sassenbach-Gesellschaft die Links zu Digitalisaten einiger Publikationen mit Bezug zum Anlass:

 

Vor 100 Jahren erschien:

 

Hör' mal zu. Hrsg. vom Verband der Fabrikarbeiter Deutschlands, Arbeiterinnen-Sekretariat.
[o.O., ca. 1926]

 

Weiterhin:

 

Internationaler Frauentag / Frauenreichskomitee.

Wien

 

1912

https://library.fes.de/pdf-files/bibliothek/bestand/sel-aa-z-00263/1912.pdf

1917

https://library.fes.de/pdf-files/bibliothek/bestand/sel-aa-z-00263/1917.pdf

1931

https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=frt&datum=1931&pos=1&size=45

1932

https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=frt&datum=1932&pos=1&size=45

 

Sozialdemokratische Partei Deutschlands (Vorstand):

Die Frau in der Politik und im Beruf.

[Berlin, ca. 1927]

https://library.fes.de/pdf-files/netzquelle/01758.pdf

 

Zur Titelseite in "Der wahre Jacob" (Jg. 31, 1914, Nr. 724), digitalisiert durch die UB Heidelberg:

https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/wj1914/0125/image,info

 

 

Neuerscheinung

 

Das neue Heft von "Arbeit.Bewegung.Geschichte" (2026/1) ist jetzt mit dem Schwerpunkt "Geschlechtergeschichte der Gewerkschaften nach 1945" erschienen. In einem Editorial werden Inhaltsverzeichnis und den Schwerpunkt erläuternder Text präsentiert.

 

Marcel Bois/ Anna Horstmann/Bernd Hüttner: Ein doppelt männlich geprägter Blick. Zur Geschlechtergeschichte der Gewerkschaften seit 1945 (Editorial im Volltext)

Judith Holland: Gewerkschaftliche Gleichstellungpolitik im Aufwind? Ein historischer Vergleich deutscher und französischer Gewerkschaften

Johanna Wolf: Die Politik der Frauen. Die Gründung des Frauenkomitees im Europäischen Gewerkschaftsbund Anfang der 1970er-Jahre

Anna Horstmann: Gewerkschaften als vergeschlechtlichte Organisationen. Aushandlungs-prozesse um Geschlecht und Arbeitszeiten nach 1970

Alicia Gorny: „Frauenarbeitsplätze sterben leise“. Weibliche Proteste und Streiks in der Textil-Bekleidungsindustrie

Helena Schwinghammer: Ohnmacht. Die Frauen, die Gewerkschaften und der Niedergang der ostdeutschen Textilindustrie (Volltext)

 

 

Neuerscheinung

 

Aus dem Verlagstext:

Vertrauensleute sind das Gesicht der Gewerkschaft im Betrieb und Ansprechpartner für ihre Kolleg*innen vor Ort. Eine zeitgemäße Vertrauensleutearbeit greift die vielfältigen Anliegen der Beschäftigten auf und beteiligt sie kreativ an gewerkschaftlichen Aktionen. Die Autoren zeigen anhand konkreter Fälle aus Industrie und Dienstleistung, wie ein aktiver Vertrauenskörper die Arbeitszufriedenheit erhöhen und die Bewältigung von Transformationsprozessen unterstützen kann. Außerdem stärken engagierte Vertrauensleute die betriebliche Mitbestimmung und die demokratische Kultur insgesamt – ein Ansatz, der die gewerkschaftliche Arbeit an der Basis vitalisiert und gegen demokratiefeindliche Politikangebote immunisiert.

 

Auf der Info-Seite des Verlages, www.transcript-open.de/isbn/11835 , findet sich auch ein Link zum im Open Access angebotenem Volltext des Buches.

 

Neuerscheinung

 

Aus dem Verlagstext:

Christian Zech zeichnet das politische Leben Siegfried Aufhäusers in seinen verschiedenen Facetten nach und eröffnet damit neue Blickwinkel auf die gewerkschaftliche Organisierung der Angestellten, die Geschichte der Sozialdemokratie und auf Ansätze zur Demokratisierung der Wirtschaft.

 

Das Buch ist auch im Open Access angeboten.

 

JSG intern

Foto: Detlev Brunner (l.) überreicht Egbert Biermann (r.) ein Geschenk zum Dank. Vorne sitzend: Lothar Lindner, das mit 97 Lebensjahren älteste JSG-Mitglied.

 

Am 04.12.2025 fand die Mitgliederversammlung der Johannes-Sassenbach-Gesellschaft statt. Neben den Berichten des Vorsitzenden Prof. Dr. Detlev Brunner und des Schatzmeisters Egbert Biermann wurde letzterer aus dem langjährig wahrgenommenen Amt verabschiedet. Als Nachfolgerin wurde Larissa Klinzing als neue Kassiererin gewählt.

 

Neuerscheinungen

 

In diesen Tagen erschienen zwei Publikationen, die beide als EBooks im Internet frei zugänglich sind.

 

In der ersten Publikation

 

Brunner, Detlev: Gewerkschaftliche Konzepte für die ostdeutsche Transformation - Alternativen zur Wirtschaftspolitik der 1990er Jahre, Düsseldorf, 2025
(Study der Hans-Böckler-Stiftung Nr. 497)

[https://www.boeckler.de/de/faust-detail.htm?sync_id=HBS-009202]

 

geht es um die Rolle gewerkschaftlichen Wirkens im ostdeutschen Transformationsprozess von Wirtschaft und Gesellschaft nach der Friedlichen Revolution von 1989 im Osten Deutschlands.

 

Im zweiten Buch

 

Stürmer, Rhena: Jenseits des Bolschewismus. Lebenswege Weimarer Linkskommunisten zwischen den Systemen des 20. Jahrhunderts, 

[https://www.wallstein-open-library.de/9783835359406-jenseits-des-bolschewismus.html]

 

wird das Leben und Wirken der Linkskommunisten Karl Schröder, Alexander Schwab, Bernhard Reichenbach und Alexander Scharrer in Kaiserreich, Weimarer Republik, Nationalsozialismus und Deutschland der Nachkriegszeit beschrieben. Die Publikation wurde u.a. mit Förderung durch die Johannes-Sassenbach-Gesellschaft realisiert.

 

Neuerscheinung

 

Detlev Brunner / Michaela Kuhnhenne (Hg.):

Gewerkschaften und ostdeutsche Transformation

Mitgestaltung – Mitbestimmung?

 

 

Die demokratische Revolution in der DDR und die anschließende politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Transformation stellten die Menschen in Ostdeutschland vor zahlreiche Herausforderungen, die bis heute nachwirken. Die Beiträger*innen nehmen die Bereiche Landwirtschaft, Bahn und Metallindustrie in den Blick und fragen nach der Rolle der Gewerkschaften bei der Bewältigung dieser Transformationsprozesse. Dabei betrachten sie auch die betriebliche Mitbestimmung, ihre Entwicklung und die Folgen der Transformation für die Gewerkschaften und zeigen so die genutzten Gestaltungsmöglichkeiten, aber auch deren Grenzen auf.

 

Das Buch kann für 39,00 Euro als Print erworben werden. Es ist aber auch Open Access als PDF-Datei downloadbar:

https://www.transcript-verlag.de/media/pdf/ed/d4/cd/oa9783839427996.pdf

 

Social Media - Gewerkschaften

 

In diesen Tagen feierten zwei Persönlichkeiten der deutschen Gewerkschaftsbewegung runde Geburtstage: Heinz Kluncker (1925-2005) hätte am 20.02.2025 seinen 100. Geburtstag, Hans Böckler (1875-1951) am 26.02.2025 seinen 150. Geburtstag gefeiert.

 

Um an diese prägenden Gestalten zu erinnern, hat beispielsweise die Gewerkschaft ver.di, aber auch Stiftungen wie die HBS oder die FES Angebote geschaltet, die deren Wirken würdigen. In Auswahl seien sie hier zusammengestellt:

 

ver.di

Kluncker-Artikel: https://lmy.de/zByKK

HBS

Böckler-Podcast: https://lmy.de/WxyIq

Böckler-Film: https://lmy.de/rBHjm

Böckler-Comic: https://lmy.de/WZGCz

FES

Blog-Beitrag Heinz Kluncker: https://lmy.de/menww

Blog-Beitrag Hans Böckler: https://lmy.de/UVqok

 

 


Social Media - Gewerkschaften

 

Am 26.02.2025 hätte Hans Böckler seinen 150. Geburtstag gefeiert. Zu diesem Tag gedenkt die Hans-Böckler-Stiftung ihrem Namensgeber. Der Film, in dem unter anderem Böcklers Rolle bei der Ausgestaltung der Mitbestimmung in Deutschland beschrieben wird, ist nun erreichbar. Hier geht es zur Startseite.

 

Digitalisat des Monats (12/2024)

 

Auf den Webseiten der University of Wisconsin werden seit Jahren die Retrodigitalisate von "Aufwärts. Jugendzeitschrift des Deutschen Gewerkschaftsbundes" der Jahrgänge 1948-1955, 1960-1963 und 1966-1967 angeboten. (Volltext)

Unter "Germany under Reconstruction" finden sich beispielsweise weitere retrodigitalisierte Quellen dieser Jahre. Darunter finden sich einige gewerkschaftsgeschichtliche Publikationen. Ein "Stöbern" im Angebot der UoW, auch in anderen Bereichen, lohnt sich also.

Allen Besucher_innen der Website der Johannes-Sassenbach-Gesellschaft ein gutes 2025!!!

 

JSG intern

 

Am 24.10.2024 fand die Mitgliederversammlung der Johannes-Sassenbach-Gesellschaft statt. Neben den Berichten des Vorsitzenden und Schatzmeisters wurde Dr. Hartmut Simon, der dem Vorstand der JSG seit "Urzeiten" angehörte, in den Ruhestand verabschiedet. Als Nachfolgerin wurde Birgit Ladwig zur stellvertretenden Vorsitzenden der JSG gewählt, die ab 01.11.2024 auch seine Aufgaben im ver.di-Archiv übernimmt.

 

Digitalisat des Monats (10/2024)

 

Wenn aber die Schule dem Kinde vom ersten Tage an statt Nationalismus eine verständige Heimatliebe, statt Völkerhaß Verständnis für andere Völker, statt Kriegsbegeisterung Friedensliebe einpflanzen würde, so könnten die bösen Keime nicht zur Entwicklung gelangen.

 

Dies schrieb Johannes Sassenbach in der Einleitung zur Broschüre "Schule und Weltfrieden", die 1930 über eine Internationale Sommerhochschule der Lehrer im IGB 1929 erschien. Auch einen Aufsatz zum Thema "Der Internationale Gewerkschaftsbund und der Weltfrieden" steuerte er bei.

Die Broschüre war zunächst Bestandteil der Bibliothek von Johannes Sassenbach, wie ein ExLibris zeigt. Diese Bibliothek, die dem Ortsausschuss des ADGB in Berlin übereignet wurde, raubte nach 1933 das Parteiarchiv der NSDAP. Nach dem Zweiten Weltkrieg fand die Broschüre in der Bibliothek des DGB-Archivs in die Gewerkschaftsbewegung zurück.

Im Volltext wird die Broschüre  jetzt von der Johannes-Sassenbach-Gesellschaft angeboten.

 

 

Social Media - Gewerkschaften

 

Der Relaunch von www.gewerkschaftsgeschichte.de  ist geschafft – auch wenn es an der einen oder anderen Stelle noch geringfügiger Ergänzungen, Korrekturen etc. bedarf.

 

Dieter Pougin, Leiter des Referates "Gewerkschaftliche Erinnerungskulturen" der Hans-Böckler-Stiftung, bei der die Website gepflegt wird, schrieb in einer EMail:

"Ab heute erscheint das Geschichtsportal in einem neuen Gewand. Und mehr noch: Die Geschichte der Gewerkschaften wurde fortgeschrieben und um die Epoche „Krisenzeiten“ (2016-2023) ergänzt. Unter Themen finden sich neue lesens- und wissenswerte Beiträge zur gewerkschaftlichen Gender-, Migrations-, Tarif- sowie Europa- und internationalen Politik. Zudem wurde das Themenfeld „Gewerkschaften und Sozialstaat“ überarbeitet und der Frage nach dem gewandelten Verhältnis zwischen Gewerkschaften und den neuen sozialen Bewegungen nachgegangen (damit wurden inhaltliche Empfehlungen der Kommission „Erinnerungskulturen der sozialen Demokratie“ umgesetzt). Für Forschungsinteressierte bietet „Forschung und mehr“ Publikationen über gewerkschaftspolitisch relevante Themen an (die Webunterseite der Kommission „Erinnerungskulturen…“ wurde hier integriert). Und schließlich können alle Folgen des Podcasts „Geschichte wird gemacht. Erinnern. Verstehen. Gestalten.“ direkt über das Geschichtsportal abgerufen werden."

 

Digitalisat des Monats (07/2024)

 

Der gewerkschaftliche Widerstand ist Teil der Opposition gegen die nationalsozialistische Herrschaft 1933-1945. Im Rahmen der Edition "Quellen zur Geschichte der deutschen Gewerkschaftsbewegung im 20. Jahrhundert" erschien vor 25 Jahren der Band "Die Gewerkschaften im Widerstand und in der Emigration 1933-1945" (bearb. v. Siegfried Mielke und Matthias Frese). Neben zentralen Quellen jener Jahre bietet auch eine etwa 70-seitige Einleitung einen Einblick in den Forschungsstand jener Zeit. Das Archiv der sozialen Demokratie hat den Band digitalisiert und bietet in frei zugänglich an:

Link: https://library.fes.de/pdf-files/bibliothek/bestand/7759332/b85_366_5.pdf

 

Digitalisat des Monats (07/2024)

 

Die Kongress-Protokolle und Geschäftsberichte des Deutscher Gewerkschaftsbundes bieten grundlegende Informationen über die gewerkschaftliche Politik der letzten 75 Jahre. Diese zentralen Publikationen bieten aber in Papierform leider keinen Zugang über Register, ein nur mühsames Erschliessen über Inhaltsverzeichnisse. Neben den Rechenschaftsberichten der einzelnen Vorstands-bereiche bzw. der ihnen zugeordneten Abteilungen werden auch die angenommenen Anträge des am Anfang des Berichtszeitraums stehenden DGB-Bundeskongresses aufgelistet.

Um den Gehalt dieses Quellenmaterials für die Forschung aufzuzeigen, liegt hier der DGB-Geschäfts-bericht 1990-1993 digitalisiert und OCR-bearbeitet vor. In diesen Zeitraum fällt die deutsche Einheit, die auch für die gewerkschaftliche Politik jener Jahre zentrale Bedeutung hatte.

Volltext: https://arbeiterbewegung-digital.de/pdf/dgb-buvo_gber1990-1993_hw.pdf

 

Neuerscheinung

 

Bereits im November 2023 erschien im Verlag J.H.W. Dietz Nachf. der Sammelband "Gender Pay Gap. Vom Wert und Unwert von Arbeit in Geschichte und Gegenwart". In der Leseprobe findet sich auch das Inhaltsverzeichnis.

Eine Rezension zum Buch findet sich im "Archiv für Sozialgeschichte".

 

Digitalisat des Monats (12/2023)

 

Vor über 100 Jahren erschien im Januar 1923 die Untersuchung "Umfang der Frauenarbeit in der deutschen Textilindustrie". Der Deutsche Textilarbeiter-Verband gab sie in Auftrag. Es finden sich statistische Erhebungen jener Zeit über die soziale und wirtschaftliche Lage sowie die Familienverhältnisse der in der deutschen Textilindustrie beschäftigten verheirateten und verheiratet gewesenen Frauen. Viele damalige Probleme bestehen noch heute.

Der Volltext findet sich unter: https://www.arbeiterbewegung-digital.de/pdf/1923-frauenarbeit.pdf

 

Digitalisat des Monats (11/2023)

 

Vor über 150 Jahren tagte der Gewerkschaftskongress in Erfurt. Am 17. Juni 1872 wurde am dritten und letzten Kongresstag ein von Theodor Yorck (1830-1875) eingebrachter Antrag verabschiedet, in dem gefordert wurde, "auf dem neutralen Boden einer einheitlichen Gewerkschaftsorganisation die Vorbedingung eines erfolgreichen kräftigen Widerstandes zu schaffen, die bedrohte Existenz sicher zu stellen, und eine Verbesserung ihrer Klassenlage zu erkämpfen." Somit war dies wohl der erste Schritt zur Schaffung einer Einheitsgewerkschaft in Deutschland.

Das Protokoll wurde von arbeiterbewegung-digital.de digitalisiert und wird dort als Volltext (PDF) angeboten.

 

Neuerscheinung

 

Nähere Infos findet man auf den Seiten der BeBra Verlag GmbH.

 


Digitalisat des Monats (09/2023)

 

Das Archiv der sozialen Demokratie (AdsD) der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) veröffentlichte diese Tage die Publikation "Konservativer und gewerkschaftlicher Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Neue Forschungen zu Carl F. Goerdeler und Wilhelm Leuschner". In dem von Stefan Müller herausgegebenen Sammelband werden in vier Beiträgen die "Verbindungen zwischen konservativem und gewerkschaftlichem Widerstand gegen den Nationalsozialismus" herausgearbeitet.

Die Publikation, die auch in Kürze als Printexemplar bei der FES bestellbar sein sollte, ist bereits jetzt als digitale Ausgabe zugänglich.

 

Digitalisat des Monats (07/2023)

 

Stephan Born (1824-1898) war Gründer der "Allgemeinen Deutschen Arbeiterverbrüderung". Die erste überregionale gewerkschaftliche Organisation deutscher Arbeiter entstand vor 175 Jahren. In seinen "Erinnerungen eines Achtundvierzigers", die 1898 in seinem Todesjahr erschienen, beschrieb Born die Ereignisse jener Zeit. Im Internet Archive findet sich die Autobiographie im Volltext.

 

Bibliothek Sassenbach - digital

 

Die "Gewerkschaftlichen Monatshefte" (GMH) waren von 1950 bis 2004 das theoretische Diskussions-organ des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Durch die Autorenschaft vieler Gewerk-schafter_innen aus den Einzelgewerkschaften bot sich aber ein Stimmungsbild für die gesamte deutsche Gewerkschaftsbewegung. Hinzu kamen Artikel von Wissenschaftler_innen verschiedener Fachgebiete und Vertreter_innen unterschiedlicher gesellschaftlicher Organisationen. Die Bibliothek der FES bietet alle Jahrgänge digital seit Jahren an. Die URL lautet: http://library.fes.de/gmh/index.html

 

Hans-Otto Hemmer, letzter Chefredakteur der GMH und ehemaliger Vorsitzender der Johannes-Sassenbach-Gesellschaft schrieb: "Im Laufe der mehr als fünf Jahrzehnte ihres Erscheinens haben die Chefredakteure Walter Pahl, Richard Becker, Walter Fabian, Gerhard Leminsky und Hans-Otto Hemmer die Zeitschrift geprägt; unzählige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Politikerinnen und Politiker, Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter und viele andere haben zu zahllosen Themen und in vielfältigen Wissensgebieten publiziert - getreu dem Motto, das der Gründungsvorsitzende des DGB, Hans Böckler, der Zeitschrift auf den Weg gegeben hatte: 'Die Gewerkschaftlichen Monatshefte sollen ein Diskussionsorgan sein, in dem Gewerkschafter und Vertreter der Wissenschaft, Vertreter unseres Sozialpartners wie des öffentlichen Lebens Gelegenheit haben, in eingehender Diskussion zur Lösung der Wirtschafts- und Sozialprobleme beizutragen.'"

 

Bibliothek Sassenbach - digital

 

Die Bibliothek der FES bietet seit Jahren die "Chronologie der deutschen Gewerkschaftsbewegung von den Anfängen bis 1918" zur Nutzung an. Das von Dieter Schuster (1927-2019), dem ehemaligen DGB-Archivar, erstellte Hilfsmittel ermöglicht es Forschenden, chronologisch direkt zu gewerkschafts-geschichtlichen Ereignissen zwischen 1794 und 1918 vorzustossen. Alternativ ermöglichen Personen- und Ortsregister, auch auf diesen Wegen direkt zu den Fundstellen zu gelangen. In einem Vorwort erläutert Rüdiger Zimmermann, ehemaliger Leiter der Bibliothek der FES, das Werk und stellt Dieter Schuster vor.

 

Digitalisat des Monats (05/2023)

 

Am 2. Mai 1933 besetzten die Nationalsozialisten Gewerkschaftseinrichtungen im gesamten Deutschen Reich. Sie zerstörten dabei Mobiliar und Aktenmaterial der Gewerkschaften. Gewerkschafter_innen zahlten für ihre Überzeugungen allzu oft mit Leib und Leben.

2020/ 2022 veröffentlichten DGB und FES in Kooperation die Publikation "In die Illegalität gedrängt. Zur Flucht gezwungen. Ermordet", in der die Ereignisse jener Tage von Michael Schneider wissenschaftlich eingeordnet und in Kurzbiografien Gewerkschafter_innen dieser Verfolgungszeit vorgestellt wurden. Die Publikation ist im Volltext (PDF) auf den Seiten der FES zu finden.

 

Digitalisat des Monats (04/2023)

 

Im "Internet Archive" (https://archive.org/) findet sich die Liedersammlung "Grubenklänge" der Gewerkschaft der Zeche Wiesche in der Nähe von Mülheim an der Ruhr im Volltext (versch. Formate). Die Sammlung erschien 1840, also vor 183 Jahren!

 

Bibliothek Sassenbach - digital

 

In unregelmäßigen Abständen wird hier ab sofort unter "Bibliothek Sassenbach - digital" auf digitale Angebote im Internet verwiesen, die für die Erforschung von Gewerkschaftsgeschichte hilfreich sein könnten.

Den Anfang macht das "FDGB-Lexikon", das 2009 als Buch erschien und später von der Bibliothek der FES in digitaler Form über das Netz zugänglich gemacht wurde:

 

FDGB-Lexikon.  Funktion, Struktur, Kader und Entwicklung einer Massenorganisation der SED (1945-1990). Hg. von Dieter Dowe, Karlheinz Kuba und Manfred Wilke. Bearb. von Michael Kubina.
Berlin 2009

 

Digitalisat des Monats (03/2023)

 

Im Nachgang zum "Internationalen Frauentag 2023" präsentiert die JSG die vor 100 Jahren publizierte umgearbeitete und ergänzte Auflage der Schrift "Die Arbeiterinnen und die Gewerkschaften", die von Adolf Braun verfasst wurde. Den Volltext findet man auf den Seiten von http://arbeiterbewegung-digital.de.

 

Social Media - Gewerkschaften

 

Auf YouTube (hier der Videobeitrag) findet sich die Podiumsdiskussion zur Gewerkschaftsgeschichte, bei der am 12.10.2022 der Abschluß der Arbeiten der Kommission "Erinnerungskulturen der sozialen Demokratie" Thema war. Zwischen 2018 und 2020 arbeitete man dort - auf Initiative der Hans-Böckler-Stiftung (HBS) - dazu, wie Gewerkschaften und andere Vermittler sozialer Demokratie an ihre Geschichte erinnerten und erinnern.

Die Abschlussempfehlungen der Kommission finden sich auf den Seiten der Hans-Böckler-Stiftung (HBS).

 

Neue Publikation

 

Ende 2022 erschien "Die verhandelte „Wende“ – Die Gewerkschaften, die Treuhand und der Beginn der Berliner Republik" von Christian Rau im Verlag Ch.Links. Auf 588 Seiten beschreibt der Autor gewerkschaftliche Positionierungen im Transformationsprozess jener Jahre. Unter anderem nutzte Rau für seine Arbeit Archivmaterial des DGB-Archivs und von Einzelgewerkschaften im Archiv der sozialen Demokratie (AdsD) der FES. In der "Gegenblende", dem Debattenmagazin des DGB, findet sich eine kurze Beschreibung des Buches.

Ein Vortrag von Christian Rau findet sich auf YouTube. Auf den Seiten der Hans-Böckler-Stiftung (HBS) wird ein Arbeitspapier der Kommission "Erinnerungskulturen der sozialen Demokratie", das Marcus Böick und Christian Rau zum Thema erstellten, vorgehalten.

 

 

Social Media - Gewerkschaften

 

Seit einiger Zeit findet sich auf den Seiten der Rosa-Luxemburg-Stiftung (RLS) der Podcast-Beitrag 20 "Die Geschichte der Gewerkschaften". In Gesprächen mit Dr. Jürgen Schmidt, Dr. Jule Ehms und Prof. Frank Deppe schlagen Anika Taschke und Albert Scharenberg den Bogen von der Entstehung der Gewerkschaftsbewegung als Arbeiterselbstorganisation Mitte des 19. Jahrhunderts, über ihre Rolle während der Novemberrevolution 1919 bis zu ihrer Bedeutung in der Bundesrepublik. Der Podcast mit allen 20 Folgen findet sich hier.

 

 

Neue Publikation

 

Auf der Homepage der German Labour History Association (GLHA) findet sich der Open-Access-Zugang zum zweiten Band der Schriften der GLHA, in der die Arbeit "Für eine europäische Geschichte der Arbeit. Italienische Migration in Turin und München, 1950–1975" von Olga Sparschuh vorgestellt wird. Sie erhielt für ihre Arbeit den Dissertationspreis der GLHA, der seit letztem Jahr den Titel "Thomas-Welskopp-Dissertationspreis" führt.

 

Trauer um Karlheinz Kuba

Am 13. September 2022 verstarb Karlheinz Kuba. Die Johannes-Sassenbach-Gesellschaft verliert mit ihm einen ausgewiesenen Kenner der Geschichte der Gewerkschaften und ihrer Archive. 1933 in Berlin geboren, absolvierte er an der Humboldt-Universität zu Berlin ein Studium der Geschichte und der Archivwissenschaft. Seit Beginn der 1960er Jahre arbeitete er als Archivar, zunächst im Ostberliner Stadtarchiv, als stellvertretender Archivdirektor, seit 1965 dann als Leiter des Zentralen Gewerkschaftsarchivs des FDGB. Diese Funktion hatte er bis 1990 inne, bis zu jenem Zeitpunkt, der die Neuordnung des gewerkschaftlichen Archivwesens in der bald ehemaligen DDR einleitete. Kuba zählte zu jenen, die sich für den Erhalt des bis ins 19. Jahrhundert reichenden gewerkschaftlichen Archiv- und Bibliotheksgut engagiert einsetzten. Zunächst noch Archivar der im Oktober 1990 gegründeten Johannes-Sassenbach-Stiftung wurde er in der im August 1992 gegründeten Nachfolgeorganisation Johannes-Sassenbach-Gesellschaft aktiv. Von 2007 bis 2017 gehörte er dem Vorstand der Sassenbach-Gesellschaft als Beisitzer an.  Kuba war vielfältig publizistisch aktiv, unter anderem als Mitherausgeber des Stadtführers zu den Berliner Gewerkschaftshäusern (2004) und des FDGB-Lexikons (2009).

Der Autor dieses Nachrufs konnte von Kubas umfassenden Kenntnissen als Doktorand profitieren – es war jene aufregende Phase zu Beginn des Jahres 1990. Die Bestände des FDGB-Archivs waren nun auch für Forscherinnen und Forscher aus West-Berlin und der Bundesrepublik problemlos zugänglich. Die Debatten des außerordentlichen FDGB-Kongresses Ende Januar/Anfang Februar 1990 wurden per Rundfunk live ins Archiv übertragen, Zeitgeschichte hautnah.

In den letzten Monaten war Karlheinz Kuba von schwerer Krankheit gezeichnet. Wir werden seinen Rat und seine sachliche, kollegiale Art vermissen und ihn in ehrendem Gedenken behalten.

 

Detlev Brunner (Vorsitzender)

Neue Publikation

Über Gewerkschaften in der Erinnerungskultur, von:

 

Berger, Stefan; Jäger, Wolfgang; Teichmann, Ulf (Hg.) (2022): Gewerkschaften im Gedächtnis der Demokratie. Welche Rolle spielen soziale Kämpfe in der Erinnerungskultur? Bielefeld: transcript (Forschung aus der Hans-Böckler-Stiftung, Band 197).

 

Den Beitrag "Erinnerungskultur und Erinnerungspolitik. Der FDGB vor und nach 1990" hat Detlev Brunner verfasst. Hier geht's zum Link.

 

JSG intern

 

Die Mitgliederversammlung der JSG hat am 6. Dezember 2021 ihren Vorstand gewählt. In ihren Ämtern bestätigt wurden der Vorsitzende, Prof. Dr. Detlev Brunner sowie seine Stellvertreter Dr. Hartmut Simon und Egbert Biermann (Schatzmeister). Als Beisitzerin und Beisitzer wurden Dr. Michaela Kuhnhenne, Karl-Heinz Biesold und Dr. Lothar Wentzel wiedergewählt. Als neuer Beisitzer ist Dieter Pougin als Vertreter des DGB in den Vorstand eingetreten.

 

Forschungsprojekt

 

„Berliner Gewerkschaften 1945-1961-1989“

 

Seit 2020 fördert die JSG zusammen mit den Gewerkschaften im Berliner DGB das Projekt „Berliner Gewerkschaften 1945-1961-1989“. Der Bearbeiter Dr. Henning Fischer hat im November 2021 den Bericht zu einer Vorstudie vorgelegt. Er bietet die Grundlage für einen umfassenderen Antrag auf Forschungsförderung.

 

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Bericht Vorstudie Berliner Gewerkschafts
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Dissertationsprojekt

 

Die JSG fördert das Dissertationsprojekt von Konrad Bunk: Leipzigs Stadtverwaltung in der Transformation der 1990er Jahre – Konzepte, Institution, Akteure –

 

Download
Bunk, Leipzigs Stadtverwaltung[3240].pdf
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Workshop "Transformation von unten"

Am 22. und 23. April 2021 fand der digitale Workshop "Transformation von unten. Neue Perspektiven auf den Einigungsprozess" statt. Veranstalter waren das Historische Seminar der Uni Leipzig, das leipziger Institut für Heimat und Transformationsforschung und die Johannes-Sassenbach-Gesellschaft. Unter anderem referiert Detlev Brunner zum Thema "Einfluss ohne Mitbestimmung? Gewerkschaftliches Handeln in der Transformationsphase der 1990er-Jahre".

Zum Tagungsbericht von Konrad Bunk

Die GEW und das NS-Erbe

 

Wie ist der Umgang der GEW mit den Hinterlassenschaften aus der Zeit des Nationalsozialismus einzuschätzen? Mit dieser Frage haben sich die Historiker Jörn-Michael Goll und Detlev Brunner vom Historischen Seminar der Universität Leipzig beschäftigt.

 

Mehr zum Thema...

Gastbeitrag: Gewerkschaften im Prozess von Einheit und Transformation

Detlev Brunner zeigt in einem Beitrag auf bpb.de, dass die revolutionären Ereignisse in der DDR 1989/90 den DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften völlig unvorbereitet trafen. Im Rahmen der wirtschaftlichen Transformation durch die Treuhandanstalt seien die Gewerkschaften nicht angemessen beteiligt worden. Es wird zudem aufgezeigt, welche Aspekte von der zeithistorischen Forschung in den Blick genommen werden sollten.

 

Zum Beitrag auf bpb.de...

Diskussionsbericht: Gewerkschaftliche Zeitzeugen berichten über Wendezeit 1989/1990

Die Rolle der Gewerkschaften in den Wendejahren 1989/1990 findet selten Beachtung. Im Rahmen einer Diskussion der Johannes-Sassenbach-Gesellschaft haben ProtagonistInnen Ende September über ihre Erfahrungen als GewerkschafterInnen in der Wendezeit berichtet.

Zum Bericht…

JSG kritisiert Pläne für„Archivzentrum SED-Diktatur“

Die Johannes-Sassenbach-Gesellschaft hat sich in einem Brief an die Vorsitzende des Ausschusses für Kultur und Medien im Deutschen Bundestag, Katrin Budde, gewendet. Der JSG-Vorstand kritisiert darin Pläne für die Gründung eines „Archivzentrums SED-Diktatur“. 

Darin sollen neben den Stasi-Akten auch Bestände der zentralen DDR-Behörden, sowie das Archiv der SED und der Massenorganisationen der DDR untergebracht werden. Im JSG-Brief heißt es dazu, der Aufbau eines solchen Zentrums "hätte entweder zur Folge, dass gewachsene Archivbestände auseinandergerissen würden, oder, was noch befremdlicher wäre, dass Bestände, die keinesfalls unter dem Rubrum „Diktatur“ verortet werden können, in ein solches Zentrum einfließen würden. Ein solches Vorgehen halten wir ... für falsch." Die Erforschung der DDR-Geschichte werde eine zentrale Aufgabe der Zeitgeschichte bleiben; „der Aufbau eines ‚Archivzentrums‘ wird diese Aufgabe nicht fördern, er bleibt aus wissenschaftlichen und archivarischen Gründen fragwürdig.“

 

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Brief an Katrin Budde - Vorsitzende des BT-Ausschusses Kultur und Medien
JSG an Katrin Budde_20.09.2019.pdf
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