Digitalisat des Monats (01/2023)

 

Im Internet Archive, einer grossen Sammlung von Volltexten verschiedener Formate, findet sich die Dissertation "Die älteste deutsche Gewerkschaft. Die Organisation der Tabak- und Zigarrenarbeiter bis zum Erlasse des Sozialistengesetzes", die Franz Klüss 1905 einreichte. Den Link zum Volltext findet man hier.

 

Neue Publikation

 

Ende 2022 erschien "Die verhandelte „Wende“ – Die Gewerkschaften, die Treuhand und der Beginn der Berliner Republik" von Christian Rau im Verlag Ch.Links. Auf 588 Seiten beschreibt der Autor gewerkschaftliche Positionierungen im Transformationsprozess jener Jahre. Unter anderem nutzte Rau für seine Arbeit Archivmaterial des DGB-Archivs und von Einzelgewerkschaften im Archiv der sozialen Demokratie (AdsD) der FES. In der "Gegenblende", dem Debattenmagazin des DGB, findet sich eine kurze Beschreibung des Buches.

In den Jahren der Entstehung referierte Christian Rau über seine Arbeit; ein Vortrag findet sich auf YouTube. Auf den Seiten der Hans-Böckler-Stiftung (HBS) wird ein Arbeitspapier der Kommission "Erinnerungskulturen der sozialen Demokratie", das Marcus Böick und Christian Rau zum Thema erstellten, vorgehalten.

 

 

Social Media - Gewerkschaften

 

Seit einiger Zeit findet sich auf den Seiten der Rosa-Luxemburg-Stiftung (RLS) der Podcast-Beitrag 20 "Die Geschichte der Gewerkschaften". In Gesprächen mit Dr. Jürgen Schmidt, Dr. Jule Ehms und Prof. Frank Deppe schlagen Anika Taschke und Albert Scharenberg den Bogen von der Entstehung der Gewerkschaftsbewegung als Arbeiterselbstorganisation Mitte des 19. Jahrhunderts, über ihre Rolle während der Novemberrevolution 1919 bis zu ihrer Bedeutung in der Bundesrepublik. Der Podcast mit allen 20 Folgen findet sich hier.

 

 

Neue Publikation

 

Auf der Homepage der German Labour History Association (GLHA) findet sich der Open-Access-Zugang zum zweiten Band der Schriften der GLHA, in der die Arbeit "Für eine europäische Geschichte der Arbeit. Italienische Migration in Turin und München, 1950–1975" von Olga Sparschuh vorgestellt wird. Sie erhielt für ihre Arbeit den Dissertationspreis der GLHA, der seit letztem Jahr den Titel "Thomas-Welskopp-Dissertationspreis" führt.

 

Veranstaltungshinweis

 

Vom 7. bis 9. September 2023 findet die 58. Internationale Tagung der HistorikerInnen der ArbeiterInnenbewegung und anderer sozialer Bewegungen (ITH) in Linz (Österreich) statt. "Deindustrialization, Reindustrialization and Economic Transitions Transnational Perspectives from Labour History" wird das Thema der Veranstaltung sein. Nähere Informationen zu den geplanten Inhalten und zum Call for Papers, das am 31.01.2023 endet, finden sich auf H/Soz/Kult.

 

Veranstaltungshinweis

 

Am 19. Januar 2023 (10-12 Uhr) findet die nächste Sitzung des Kolloquiums "Geschichte der Arbeitswelt und Gewerkschaften" online statt. Laura Boga (Tübingen) spricht zum Thema "Gewerkschaften in Baden-Württemberg zwischen Traditionalismus und „Neuen sozialen Bewegungen“ (1965-1990)". Den Zoom-Link zur Veranstaltung kann man per Mail an Dr. Alexandra Jaeger (FES; alexandra.jaeger@fes.de) anfordern.

 

 

Digitalisat des Monats (12/2022)

 

Beginnend mit dem heutigen Tag erscheint in jedem Monat auf der Website der Johannes-Sassenbach-Gesellschaft ein neues "Digitalisat des Monats". Hier wird man im PDF-Format eine Publikation mit gewerkschaftsgeschichtlichem Bezug finden. Den Anfang macht eine Fest-Zeitung der Litographen und Steindrucker, die 1897 - also vor 125 Jahren - erschien. Die Vorlage findet sich in der Bibliothek im Archiv der sozialen Demokratie (AdsD) der FES, das Digitalisat wurde für die JSG erstellt durch http://www.arbeiterbewegung-digital.de:

tinyurl.com/2g9hmkw2

 

 

Veranstaltungshinweis

 

Auf der Tagung "Arbeit - Alltag - Ausbeutung. Gesellschaftsgeschichte der Arbeiterinnen", die am 28./29.09.2023 in der Friedrich-Ebert-Gedenkstätte in Heidelberg stattfinden wird, wollen die Veranstalter_innen - so Hedwig Richter - "die sehr verschiedenen Facetten einer Gesellschaftsgeschichte von Arbeiterinnen in den Blick nehmen – in der Industrie, auf dem Land, im Dienstleistungssektor, bei der Care-Arbeit, als Migrantinnen." Näheres zur Veranstaltung findet man im Call for Papers (Deadline für den Vorschlag von Vortragsthemen: 06.02.2023) in H-Soz-Kult.

 

 

Veranstaltungshinweis

 

Am 15.12.2022 findet die nächste Sitzung des Kolloquiums "Geschichte der Arbeitswelten und der Gewerkschaften" statt. Ab 10.00 Uhr trägt Oliver Bahl zum Thema „Revolution oder Rechtsruck? Arbeitermilieus in Thüringen 1918-1933“ vor. Das Kolloquium findet online statt. Anmeldungen für die Zusendung des Zoom-Links müssen bis zum 13.12.2022 bei alexandra.jaeger@fes.de erfolgen. Das vollständige Programm des Kolloquiums findet sich hier.

 

 

Neue Publikation

 

Als Band 57 der Reihe "Europäisch-jüdische Studien - Beiträge" erschien jetzt im Verlag De Gruyter Oldenbourg das von Jakob Stürmann verfasste Monographie "Osteuropäisch - jüdisch - sozialistisch. Untersuchung einer vergessenen Berliner Exilgruppe der Weimarer Republik". Die von der Hans-Böckler-Stiftung geförderte Dissertation, die inhaltlich starke gewerkschaftsgeschichtliche Bezüge hat, ist als Open-Access-Publikation im Volltext (PDF, EPUB) kostenfrei erhältlich:

 

 

Veranstaltungshinweis

 

Am 08./09.12.2022 findet in Leipzig unter dem Titel "Transformationsgeschichte(n)" die Auftaktkonferenz der Forschungsstelle Transformationsgeschichte statt. Kooperationspartner der Veranstaltung (Ort: Zeitgeschichtliches Forum, Grimmaische Str. 6) ist der Forschungsverbund der Hans-Böckler-Stiftung „Wendezeiten. Einfluss und Strategie von Gewerkschaften in der ostdeutschen Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft“.

Das Programm findet sich hier.

 

 

Veranstaltungshinweis

 

Vortrag von Jakob Warnecke zum Thema:

„Wandel gewerkschaftlicher Praxis im ostdeutschen Betrieb. Das Beispiel des Stahlwerks Hennigsdorf 1989/90-1994“

 

Datum: 10. November 2022

Ort: ver.di Hauptverwaltung, Paula-Thiede-Ufer 10, 10179 Berlin, Raum 7A Heinrich Böll

Zeit: 18.00-19.30

 

Der Vortrag findet nach der Mitgliederversammlung der Johannes-Sassenbach-Gesellschaft statt.

 

Trauer um Karlheinz Kuba

Am 13. September 2022 verstarb Karlheinz Kuba. Die Johannes-Sassenbach-Gesellschaft verliert mit ihm einen ausgewiesenen Kenner der Geschichte der Gewerkschaften und ihrer Archive. 1933 in Berlin geboren, absolvierte er an der Humboldt-Universität zu Berlin ein Studium der Geschichte und der Archivwissenschaft. Seit Beginn der 1960er Jahre arbeitete er als Archivar, zunächst im Ostberliner Stadtarchiv, als stellvertretender Archivdirektor, seit 1965 dann als Leiter des Zentralen Gewerkschaftsarchivs des FDGB. Diese Funktion hatte er bis 1990 inne, bis zu jenem Zeitpunkt, der die Neuordnung des gewerkschaftlichen Archivwesens in der bald ehemaligen DDR einleitete. Kuba zählte zu jenen, die sich für den Erhalt des bis ins 19. Jahrhundert reichenden gewerkschaftlichen Archiv- und Bibliotheksgut engagiert einsetzten. Zunächst noch Archivar der im Oktober 1990 gegründeten Johannes-Sassenbach-Stiftung wurde er in der im August 1992 gegründeten Nachfolgeorganisation Johannes-Sassenbach-Gesellschaft aktiv. Von 2007 bis 2017 gehörte er dem Vorstand der Sassenbach-Gesellschaft als Beisitzer an.  Kuba war vielfältig publizistisch aktiv, unter anderem als Mitherausgeber des Stadtführers zu den Berliner Gewerkschaftshäusern (2004) und des FDGB-Lexikons (2009).

Der Autor dieses Nachrufs konnte von Kubas umfassenden Kenntnissen als Doktorand profitieren – es war jene aufregende Phase zu Beginn des Jahres 1990. Die Bestände des FDGB-Archivs waren nun auch für Forscherinnen und Forscher aus West-Berlin und der Bundesrepublik problemlos zugänglich. Die Debatten des außerordentlichen FDGB-Kongresses Ende Januar/Anfang Februar 1990 wurden per Rundfunk live ins Archiv übertragen, Zeitgeschichte hautnah.

In den letzten Monaten war Karlheinz Kuba von schwerer Krankheit gezeichnet. Wir werden seinen Rat und seine sachliche, kollegiale Art vermissen und ihn in ehrendem Gedenken behalten.

 

Detlev Brunner (Vorsitzender)

Veranstaltungshinweis

Die Vortragsreihe von Bundesarchiv/SAPMO, Förderkreis Archive und Bibliotheken sowie JSG startet wieder: Am 28. September 2022 trägt der Autor Hans-Rainer Sandvoß zum Thema Widerstand aus der Arbeiterbewegung in der preußischen Provinz Brandenburg vor.

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Für mehr Informationen:
Mehr als eine Provinz[4268].docx
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Neue Publikation

Über Gewerkschaften in der Erinnerungskultur, von:

 

Berger, Stefan; Jäger, Wolfgang; Teichmann, Ulf (Hg.) (2022): Gewerkschaften im Gedächtnis der Demokratie. Welche Rolle spielen soziale Kämpfe in der Erinnerungskultur? Bielefeld: transcript (Forschung aus der Hans-Böckler-Stiftung, Band 197).

 

Den Beitrag "Erinnerungskultur und Erinnerungspolitik. Der FDGB vor und nach 1990" hat Detlev Brunner verfasst. Hier geht's zum Link.

 

Veranstaltungshinweis

 

Im Sommersemester 2022 findet online das 14. Kolloquium mit dem Thema "Geschichte der Arbeitswelten und der Gewerkschaften" statt. Es bietet die Möglichkeit sich auszutauschen, zu vernetzen und gemeinsam zu diskutieren.

 

 Anmeldung unter: andresen@zeitgeschichte-hamburg.de

Das Programm und weitere Informationen finden Sie hier:

 

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Flyer_Kolloquium_SoSe2022[3239].pdf
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Vorstand der JSG gewählt

 

Die Mitgliederversammlung der JSG hat am 6. Dezember 2021 ihren Vorstand gewählt. In ihren Ämtern bestätigt wurden der Vorsitzende, Prof. Dr. Detlev Brunner sowie seine Stellvertreter Dr. Hartmut Simon und Egbert Biermann (Schatzmeister). Als Beisitzerin und Beisitzer wurden Dr. Michaela Kuhnhenne, Karl-Heinz Biesold und Dr. Lothar Wentzel wiedergewählt. Als neuer Beisitzer ist Dieter Pougin als Vertreter des DGB in den Vorstand eingetreten.

 

Forschungsprojekt

 

„Berliner Gewerkschaften 1945-1961-1989“

 

Seit 2020 fördert die JSG zusammen mit den Gewerkschaften im Berliner DGB das Projekt „Berliner Gewerkschaften 1945-1961-1989“. Der Bearbeiter Dr. Henning Fischer hat im November 2021 den Bericht zu einer Vorstudie vorgelegt. Er bietet die Grundlage für einen umfassenderen Antrag auf Forschungsförderung.

 

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Bericht Vorstudie Berliner Gewerkschafts
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Dissertationsprojekt

 

Die JSG fördert das Dissertationsprojekt von Konrad Bunk: Leipzigs Stadtverwaltung in der Transformation der 1990er Jahre – Konzepte, Institution, Akteure –

 

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Bunk, Leipzigs Stadtverwaltung[3240].pdf
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Workshop "Transformation von unten"

Am 22. und 23. April 2021 fand der digitale Workshop "Transformation von unten. Neue Perspektiven auf den Einigungsprozess" statt. Veranstalter waren das Historische Seminar der Uni Leipzig, das leipziger Institut für Heimat und Transformationsforschung und die Johannes-Sassenbach-Gesellschaft. Unter anderem referiert Detlev Brunner zum Thema "Einfluss ohne Mitbestimmung? Gewerkschaftliches Handeln in der Transformationsphase der 1990er-Jahre".

Zum Tagungsbericht von Konrad Bunk

Die GEW und das NS-Erbe

 

Wie ist der Umgang der GEW mit den Hinterlassenschaften aus der Zeit des Nationalsozialismus einzuschätzen? Mit dieser Frage haben sich die Historiker Jörn-Michael Goll und Detlev Brunner vom Historischen Seminar der Universität Leipzig beschäftigt.

 

Mehr zum Thema...

Gastbeitrag: Gewerkschaften im Prozess von Einheit und Transformation

Detlev Brunner zeigt in einem Beitrag auf bpb.de, dass die revolutionären Ereignisse in der DDR 1989/90 den DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften völlig unvorbereitet trafen. Im Rahmen der wirtschaftlichen Transformation durch die Treuhandanstalt seien die Gewerkschaften nicht angemessen beteiligt worden. Es wird zudem aufgezeigt, welche Aspekte von der zeithistorischen Forschung in den Blick genommen werden sollten.

 

Zum Beitrag auf bpb.de...

Diskussionsbericht: Gewerkschaftliche Zeitzeugen berichten über Wendezeit 1989/1990

Die Rolle der Gewerkschaften in den Wendejahren 1989/1990 findet selten Beachtung. Im Rahmen einer Diskussion der Johannes-Sassenbach-Gesellschaft haben ProtagonistInnen Ende September über ihre Erfahrungen als GewerkschafterInnen in der Wendezeit berichtet.

Zum Bericht…

JSG kritisiert Pläne für„Archivzentrum SED-Diktatur“

Die Johannes-Sassenbach-Gesellschaft hat sich in einem Brief an die Vorsitzende des Ausschusses für Kultur und Medien im Deutschen Bundestag, Katrin Budde, gewendet. Der JSG-Vorstand kritisiert darin Pläne für die Gründung eines „Archivzentrums SED-Diktatur“. 

Darin sollen neben den Stasi-Akten auch Bestände der zentralen DDR-Behörden, sowie das Archiv der SED und der Massenorganisationen der DDR untergebracht werden. Im JSG-Brief heißt es dazu, der Aufbau eines solchen Zentrums "hätte entweder zur Folge, dass gewachsene Archivbestände auseinandergerissen würden, oder, was noch befremdlicher wäre, dass Bestände, die keinesfalls unter dem Rubrum „Diktatur“ verortet werden können, in ein solches Zentrum einfließen würden. Ein solches Vorgehen halten wir ... für falsch." Die Erforschung der DDR-Geschichte werde eine zentrale Aufgabe der Zeitgeschichte bleiben; „der Aufbau eines ‚Archivzentrums‘ wird diese Aufgabe nicht fördern, er bleibt aus wissenschaftlichen und archivarischen Gründen fragwürdig.“

 

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Brief an Katrin Budde - Vorsitzende des BT-Ausschusses Kultur und Medien
JSG an Katrin Budde_20.09.2019.pdf
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